Interview über JETZTSEIN

…Aktu, du hast eine psychotherapeutische und energetische Ausbildung, sprichst und schreibst allerdings auch von östlichen, spirituellen Weisheiten, hauptsächlich über Advaita, einer hinduistischen Tradition. Wie würdest Du selbst Deine Tätigkeit beschreiben?

 

AKTU: Grundsätzlich würde ich es als Tätigkeit bezeichnen, die den Menschen „ganz ins JetztSEIN“ bringt und dabei ist es gleichgültig, welche Methode, eine östliche oder westliche, zur Anwendung kommt.

Die meisten Menschen, vor allem in unserer westlichen Kultur, sind den Großteil ihrer Zeit damit beschäftigt, sich Sorgen über die Zukunft zu machen oder die Vergangenheit schlecht zu reden oder sie zu glorifizieren. Diese Lebensweise spaltet den Geist vom Körper und erzeugt ein inneres, energetisches Spannungsfeld, dass Unruhe hervorbringt. Darauf folgt der Versuch die Unruhe mit Körperbewegung abzubauen, weil man meint, es wäre ein zuviel an Energie.


In den JetztSEIN Teaching, ob einzel oder in Gruppen, stelle ich das JETZT in den Mittelpunkt des Lebens, sodass der Verstand von Vergangenheit und Zukunft ablässt und das immer währende, reine BEWUSSTSEIN,

das ICH BIN, erfahren werden kann.


…das ist alles?


Aktu: Ja, das ist alles.


......Was geschieht genau bei den JetztSEIN Teachings?


AKTU: Der vom Verstand gesteuerte Mensch unterliegt seinen unbewussten Trieben und Bedürfnissen. Die grundlegende Ursache seiner unentwegten Suche nach Befriedigung, sei es körperlich, emotional oder materiell, ist das tiefsitzende Gefühl getrennt zu sein, das wiederum ein Gefühl des Alleine seins, der Unsicherheit und die Angst, niemand zu sein, hervorbringt. Damit beginnt eine Kompensation dieses Mangelbewusstseins ist uns als Ego bekannt, ein gedankliches Ich, dass für das ganze Leben sorgen soll und als Ziel „Glück“ hat. Das Ziel „Glück“ kommt aus einem tiefen, inneren Wissen, daß Glück zum Leben gehört, aber verloren gegangen ist.

 

Das wahre „Ich“, das reine Glückseligkeit ist, wurde vergessen, weil es einerseits durch die Wahrnehmung des Körpers in den Hintergrund getreten ist und andererseits mit einer Verstandeswolke überlagert wurde und wird.

An diesem Punkt gehen die westlichen und östlichen Lebensphilosophien unterschiedliche Wege.

Die Systeme der westlichen Gesellschaft, ob psychologisch, energetisch und meist auch spirituell, gehen davon aus, dass das Ego es schaffen kann, glücklich zu sein und kreieren entsprechende Konzepte, die der Vorstellung von Glück gerecht werden sollen. (Selbstwert, energetische Heilung, beten….) Anders die östlichen Systeme. Sie weisen darauf hin, dass das wirkliche Glück einzig im Erkennen und Erleben der wahren Natur liegt, dem wahren Ich des Menschen. Wie du schon angesprochen hast, beschäftige ich mich hauptsächlich mit den östlichen Philosophien und so liegt meine Tätigkeit darin, die Menschen auf ihr wahres Ich hinzuweisen und damit auf ihre bereits vorhandene Glückseligkeit. Gerade Advaita, die Lehre der Nicht-Zwei, ist eine Lebensweise, die das Einssein in den Vordergrund stellt und damit das Glücklichsein.

Es sind also 2 Schritte:

1. JetztSein

2. Erkennen der wahren, ursprünglichen Natur des Menschen, die seit seiner körperlichen Geburt fortwährend anwesend war und ist und Glückseligkeit ist.

 

….gibt es noch einen weiteren Schritt?


Aktu: Ich würde es nicht als Schritt bezeichnen, sondern als stetige Achtsamkeit, sich nicht in den Mindgames und der Körperidentifikation verstricken zu lassen, die auch dafür verantwortlich ist, daß sich der Mensch getrennt fühlt und die Welt als materiell wahrnimmt.

 

….leben wir nicht in einer materiellen Welt?

 

Aktu: Nein, nicht in der Form, wie Materie landläufig verstanden wird. Das ganze Universum besteht aus unterschiedlichen Schwingungsfrequenzen, die alle miteinander verbunden sind und ein Ganzes bilden. Die Wissenschaft hat schon lange herausgefunden, daß Materie in der Form, wie wir sie sehen und über unsere Sinne erleben, nicht existiert. Vor einigen Jahrhunderten dachten die Menschen, die Erde sei eine Scheibe. So verhält es sich heute mit der Materie, die in Wahrheit Schwingung, Energie und Information ist. Die Menschen glauben noch immer, sie würden in einer materiellen Welt leben. Genau diese Sichtweise kettet sie an die Identifikation mit dem materiellen Körper. Die Erkenntnis, die über die Materie hinaus geht, befreit den Menschen von diesem Joch.

 

….wie können diese Hindernisse der Körperidentifizierung und der Verstandesgeschichten aufgelöst werden?


Aktu: Die Anhaftung an den Verstand bedingt das Ego als zentralen Verbindungs- und Knotenpunkt aller erlebten Ereignisse. Die Identifikation mit dem Ego erzeugt eine wesentliche Polarität: Begehren und Angst (Widerstand)!
Das Ego möchte das haben, was es glaubt zu brauchen um glücklich zu sein und das weghaben und zerstören, was es glaubt, daß das Glück behindert. Das Begehren, das die Grundlage des Egos darstellt und der Traum der Individualität ist, führt immer tiefer in die Täuschung, bis die Identifizierung erkannt und losgelassen wird. Dies geschieht durch Selbstergründung, die im JetztSEIN stattfindet.

 

….was genau ist Selbstergründung?


Aktu: Selbstergründung ist das Durchschauen der Verstandesgeschichten als das, was sie sind – Vorstellungen und Interpretationen der Wirklichkeit. In dem Moment, wo der Verstand seine Wichtigkeit verliert, offenbart sich ganz von selbst die wahre Natur. Manchmal ist es hilfreich, eine andere Methode einzusetzen, wenn das Anhaften an dem Verstand sehr ausgeprägt ist. Ich arbeite meist mit dem Enneagramm, das Aufschluß darüber gibt, wie das Getrenntsein erlebt und kompensiert wird und welche Ängste dahinter stehen.

 

…. Also geht es in Deiner Tätigkeit um das Erleben von Glück??


Aktu: Ja genau! Deepak Chopra drückt es sehr treffend aus: „Glücklich sein ist das Ziel aller Ziele.“ Es bedeutet, welche Wünsche und Bedürfnisse der Mensch auch immer hat, geht es letztendlich um seine Erfahrung von Glück.

Grundsätzlich kann man zwei Lebensweisen, wie das Glück erreicht werden kann, unterscheiden. Die am meisten gelebte ist, im Außen nach dem Glück zu suchen, sei es eine harmonische Partnerschaft, Grundbesitz, viel Geld oder auch viel Wissen und vieles mehr. Die Orientierung bei dieser Lebensweise liegt auf den Menschen, Dingen und Situationen in der äußeren Welt. Diese Glücksuche erzeugt bestimmte Bedingungen, an die das Glück geknüpft wird. Nicht nur, daß daraus Abhängigkeit entsteht, wird auch übersehen, daß das Universum, in dem wir leben, dem Gesetz des Wandels unterliegt. Verändern sich die mit dem Glück verbundenen Bedingungen, verändert sich auch das Glück zum Un-Glück. Man denke an eine Trennung einer Ehe, den Verlust von Besitz und Geld. In dieser Lebensweise wird Partnerschaft, Besitz, Geld und Wissen als Ursache von Glück definiert.

 

Eine andere Herangehensweise Glück zu erfahren, ist die Offenbarung unserer ursprünglichen, wahren Natur, die bedingungslose Glückseligkeit ist, die jeder in sich trägt. Es ist zum Unterschied der oben angeführten Glücksuche, die Suche im Inneren des Menschen. Hier ist die Ursache von Glück die eigene wahre Natur! In der griechischen Mythologie gibt es eine Geschichte, die über einen Streit der Götter erzählt, wo das Glück vor den Menschen versteckt werden soll. Einer der Götter möchte es am höchsten Berg verstecken, der andere am tiefsten Punkt des Meeres, doch der dritte hatte die genialste Idee: „Wir verstecken das Glück im Menschen selbst, da finden sie es nie!“

 

…Mögen wir das Glück in uns finden! Danke für dieses Gespräch.



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